Rückblick „Smart Country/ Smart City – Gestaltungsmöglichkeiten auf kommunaler und Landesebene"

von Jens Buchloh (Kommentare: 0)

Im September 2017 fand zum ersten Mal die Digitale Woche Kiel statt. Was lag da näher, als meine Drähte nach Estland glühen zu lassen und einen Thementag über smarte Bildung im Smart Country Estland zu organisieren. Der ergovia-Thementag sollte sowohl auf die politischen Rahmenbedingungen eines Smart Country bzw. Smart City eingehen, als auch darauf aufbauend die smarte Bildung beleuchten. Mein Ziel war es, gemeinsame Podiumsdiskussionen von estnischen und deutschen Experten zu initiieren. Als freien Termin gab es den 17. September. Die Kombination aus „Sonntag“ und „Bildungsthema“ ließ uns hinsichtlich des Publikumszuspruches ein wenig zittern – doch wir hatten Glück! Und ein volles Haus.

Rückblick Veranstaltung 1: „Smart Country/ Smart City – Gestaltungsmöglichkeiten auf kommunaler und Landesebene"

Für eine Einführung ins Thema: „Smart Country“ und eine politische Podiumsdiskussion konnte ich den renommierten Digitalexperten des Estnischen Parlaments, Kalle Palling, gewinnen. Als Diskussionsteilnehmer auf deutscher Seite sagte unser Kieler Oberbürgermeister und Initiator der Digitalen Woche, Dr. Ulf Kämpfer, zu.

Kalle Palling und Dr. Ulf Kämpfer im Gespräch

Zur Einstimmung gab uns Kalle Palling auf humorvolle Art einen tiefen Einblick in die digitale Gesellschaft Estlands. Danach erläuterten Ulf Kämpfer und er, welche Möglichkeiten es gibt, ein Land bzw. eine Stadt smart zu machen. Hinsichtlich der digitalen Entwicklung liegen zwischen Estland und Deutschland mittlerweile Welten. Die Diskussion machte das für alle sehr deutlich.

Während Dr. Ulf Kämpfer schon bei seinen Veränderungsvorhaben, Dienstversammlungen teilweise über Skype abzuhalten, Steine in den Weg gelegt wurden, kennt man in Estland solche Hindernisse nicht. Das mag auch an den vergleichsweise jungen und forschen Politikern, wie dem 32-jährigen Kalle Palling, liegen, die die Schlüsselpositionen im Parlament innehaben. Kalle ist übrigens seit 11 Jahren im estnischen Parlament. Skype ist dort seit mehr als einem Jahrzehnt im Einsatz. Veränderung heißt dort: den digitalen Schulranzen landesweit einzuführen oder die Einkommensteuererklärung komplett zu automatisieren.

Bei der Erörterung der Chancen und Risiken des digitalen Wandels beschrieb Kalle, dass der estnische Staat von Anfang an auf die enge Zusammenarbeit mit ansässigen IT-Experten aus der Digitalwirtschaft setzte. Zu beiderseitigem Vorteil. Auch für die Kommunalpolitik ist das interessant, Kiel hat hier noch Nachholbedarf. Der Oberbürgermeister nahm diesen Ansatz, den Blick aus den Verwaltungszirkeln heraus über den Tellerrand zu werfen, gerne auf.

Der Vortrag und die Podiumsdiskussion beider Politiker erlaubten leider keine Publikumsbeteiligung mehr, da schon der nächste Programmpunkt in den Startlöchern stand. Das war schade und wurde auch im sonst durchgängig positiven Feedback des Publikums als kleiner Schönheitsfehler bemängelt. Der Bereich Smart Country hätte locker einen eigenen Thementag verdient gehabt, so rege war das Interesse daran.

Unser Video vom Thementag:

Das war sicher nicht die letzte Veranstaltung, die wir zu diesem Thema abhalten. Wir hoffen, SIE sind beim nächsten Mal (auch wieder) mit dabei!

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